BEST PRACTICE  

Nadel-Faden-Kom­bi­na­tionen form­voll­endet wickeln

Zum Ver­schließen von Wunden ist modernes chir­ur­gi­sches Naht­ma­te­rial uner­läss­lich. Das tai­wa­ne­si­sche Unter­nehmen UNIK stellt dieses in vielen ver­schie­denen Vari­anten her und star­tete mit Harro Höf­liger ein gemein­sames Pro­jekt, um neue Pro­zess­lö­sungen für Naht­ma­te­rial zu ent­wi­ckeln.

Eine Acht war gefragt – unter anderem. In dieser platz­spa­renden Form sollte das chir­ur­gi­sche Naht­ma­te­rial von UNIK gewi­ckelt, zuver­lässig in einer Wal­let­ver­pa­ckung aus Kar­ton­zu­schnitt fixiert und sicher ver­packt werden. Die soge­nannten Paper­fold-Ver­pa­ckungen sind eine von vielen Mög­lich­keiten, die Kom­bi­na­tion aus Nadel und Faden gut geschützt zu ver­pa­cken und dem Ope­ra­teur zur ein­fa­chen, schnellen Ent­nahme zur Ver­fü­gung zu stellen.

Nadel-Faden-Kom­bi­na­tion

Harro Höf­liger blickt auf über 30 Jah­re Erfah­rung mit Pro­zess­lö­sungen für chirur­gisches Naht­ma­te­rial zurück. In dieser Zeit hat das Unter­nehmen die Ent­wick­lungen in diesem Seg­ment und die wach­senden Qua­li­täts­an­sprüche des Marktes nicht nur mit pas­sender Tech­no­logie begleitet, son­dern dar­über hinaus selbst immer wieder neue Pro­zesse ent­wi­ckelt – unter anderem auch für das Wickeln.

Die Falt­la­schen des Paper­folds sind so gestaltet, dass der nach dem Wickel­pro­zess unter Span­nung ste­hende Faden in Form einer Acht gehalten wird.

Das Paper­fold-Pro­jekt von UNIK stellte mit der Kom­bi­na­tion aus Wickeln in der spe­zi­ellen Form einer Acht und dem Falten sowie Ver­schließen der Papier­ver­pa­ckung erneut eine Her­aus­for­de­rung dar, der sich das Unter­nehmen in gewohnt gründ­li­cher Art stellte.

„Wir wussten, dass diese Auf­gabe etwas für krea­tive Spe­zia­listen ist, und haben uns des­halb 2011 zu einer Zusam­men­ar­beit mit Harro Höf­liger ent­schlossen“, erin­nert sich Vin­cent Kuo, Prä­si­dent von UNIK. „Um den tech­ni­schen Rahmen abzu­ste­cken und Risiken für uns zu mini­mieren, haben sie eine gemein­same ­Pro­jekt­studie vor­ge­schlagen. Dieses Her­an­gehen hat uns gefallen – und es hat sich aus­ge­zahlt. Jeden Pro­zess­schritt haben wir zusammen im kleinen Maß­stab ­getestet, bis sicher war, dass die Auto­ma­ti­sie­rung auch mit unserer großen Viel­falt an unter­schied­lichsten Nadel-Faden-­Kom­bi­na­tionen funktionie­ren würde. Erst dann wurde die Maschine rea­li­siert.“

Die Wickel- und Falt­ma­schine für Paper­folds kann eine Viel­zahl von Nadel-Faden-Kom­bi­na­tionen in ver­schie­denen Längen ver­ar­beiten.

Der Fami­li­en­be­trieb UNIK pro­du­ziert mit rund 100 Mit­ar­bei­tern in Taiwan sowie China und ist in Asien eine bekannte Größe. Vin­cent Kuo: „Die Nach­frage nach unseren Pro­dukten ist hoch, nicht nur in unserem Hei­mat­markt und in China. Wir expor­tieren seit über 20 Jahren welt­weit, unter anderem in den Mitt­leren Osten, nach Süd­ost­asien, Europa und Neu­see­land. Das hat es erfor­der­lich gemacht, den manu­ellen Anteil bei der Her­stel­lung zu redu­zieren und Pro­zesse weit­ge­hend zu auto­ma­ti­sieren.“

„Die Nach­frage nach unseren Pro­dukten ist hoch. Das hat es erfor­der­lich gemacht, Pro­zesse weit­ge­hend zu auto­ma­ti­sieren.“Vin­cent Kuo, Prä­si­dent von UNIK

2012 nahm die Anlage in Taipei erfolg­reich die Pro­duk­tion auf. Das manuell armierte Naht­ma­te­rial wird zuge­führt. Dann wird die Nadel mit einem kle­benden Patch auf dem geöff­neten Kar­ton­zu­schnitt fixiert, bevor der Wickel­kopf in Aktion tritt und den Faden in Form einer akku­raten Acht wickelt. Sen­soren prüfen die kor­rekte Posi­tion und Anwe­sen­heit der Nadel. Erst danach werden die Sei­ten­la­schen gefaltet und das Paper­fold mit der Deck­la­sche ver­schlossen.

Die Sea­ler/­Blanker-Maschine sie­gelt und stanzt die Alu­mi­ni­um­b­lister nach dem Ste­ri­li­sie­rungs­pro­zess.

2013 folgte der nächste Auf­trag über eine Maschine zur Sekun­där­ver­pa­ckung des Naht­ma­te­rials in geformte Aluminium­blister für die Ste­ri­li­sie­rung. Diese Blister bestehen aus zwei Kam­mern: eine für das Paper­fold, die andere erhält eine Deck­folie mit Tyvek®-Fenster, durch das die Packung mit Ethy­len­oxid ste­ri­li­siert wird. Im Anschluss wird die Ste­ri­li­sie­rungs­kammer in der Sea­ler/­Blanker-­Ma­schine abge­trennt, gefolgt von einer Dicht­heits­prü­fung und einer inte­grierten End­kon­trolle des Blis­ters. Damit erhöhte sich bei UNIK die Anzahl der voll­au­to­ma­ti­schen Anlagen von Harro Höf­liger auf drei; sie arbeiten ent­lang eines Groß­teils der Pro­zess­kette. 2019 folgte die zweite Wickel­ma­schine, die bis zu 25 Paper­folds pro Minute pro­du­ziert.

Auto­ma­ti­siertes Ein­setzen des Naht­materials in den XTray® und kon­trol­liertes Wickeln in der Wickel­ma­schine UTW.

Für UNIK war es nahe­lie­gend, Harro Höf­liger auch mit dem Bau einer Armier­ma­schine zu beauf­tragen. Die neu ent­wi­ckelte USM (Uni­versal Swa­ging Machine) wurde Ende 2019 aus­ge­lie­fert. Künftig setzt das tai­wa­ne­si­sche Unter­nehmen somit auch beim Armieren – also dem reiß­festen Ver­binden von Nadel und Faden – auf voll­au­to­ma­ti­sche Pro­zesse statt auf Hand­ar­beit.

Nadel-Faden-Kom­bi­na­tion-Unik

„Unser wirt­schaft­li­cher Erfolg basiert auch auf den zuver­läs­sigen Maschinen von Harro Höf­liger. Da ist es nur kon­se­quent, unsere Part­ner­schaft weiter aus­zu­bauen“, ­erläu­tert Vin­cent Kuo. „Wir haben großes Ver­trauen in das gesamte Team. Das i-Tüp­fel­chen ist für uns die her­vor­ra­gende Zusam­men­ar­beit von Ver­trieb, dem Pro­jekt­ma­nage­ment, der Mon­tage, einem ­Ser­vice­team in Deutsch­land und den Ser­vice­spe­zia­listen hier vor Ort.“ Der gemein­same Weg ist lange nicht zu Ende: Ein nächster Schritt in Rich­tung des modernen Kunst­stoff­trä­ger­sys­tems XTray® ist der­zeit im Gespräch. 

Vor­teile des XTray®
  • Auto­ma­ti­sier­bar­keit: Der XTray® ist auf den maschi­nellen Wickel­pro­zess abge­stimmt.
  • Viel­sei­tig­keit: Der XTray® ist beim Groß­teil der gän­gigen Nadel-Faden-­Kom­bi­na­tionen ein­setzbar.
  • Indi­vi­du­elles Design: Das Druck­bild des Lids kann je nach Kun­den­wunsch ange­passt werden.
  • Sichere Anwen­dung: Geringer Memory-Effekt des Fadens durch die ovale Wick­lung.
  • Zeit­er­sparnis: Schnel­lere Markt­ein­füh­rung ver­gli­chen mit einer Eigen­ent­wick­lung, dazu ein deut­lich gerin­gerer Dokumen­tationsaufwand.

Über UNIK

Das fami­li­en­geführte Unter­nehmen UNIK mit Sitz in Taipei wurde 1972 gegründet. Es stellt seit über 40 Jahren chir­ur­gi­sches Naht­ma­te­rial in vielen Kom­bi­na­tionen her, unter anderem aus Seide. Neben Taiwan pro­du­ziert UNIK seit 2001 auch in China und baut dort seine Kapa­zi­täten weiter aus.

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Fotos: Helmar Lünig, UNIK